Buber und Freunde


Buber , Martin
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Teil III, Abschnitt 3 – Meines ist mein Wegstück, nicht mehr und nicht weniger

Es geht um den Weg zum Anderen hin. Das ist mein Anteil. Sein Wegstück zu mir hin, dass ist aus seiner Sicht sein Anteil, aus meiner Sicht Gnade, aber nicht ein Teil von mir – auch dann nicht, wenn wir uns wirklich begegnen, wenn wir in Beziehung treten. Es geht hier also nicht darum, dass jeder „seinen Weg allein gehen muss.“ Sondern ob ich auf den anderen zugehe, ob ich überhaupt gehe, das ist mein Anteil. Eine wirklich große Verantwortung. Ob der andere einen Weg geht und ob wir gemeinsam in Beziehung treten können liegt danach nicht mehr bei mir. Wohl aber liegt es bei mir, ob ich selbst in die Beziehung eintrete. Es ist wohl nicht meine Schuld, wohl nicht einmal meine Verantwortung, nicht immer etwas was woran gearbeitet werden kann oder muss - aber doch ein Teil von mir.
Ein neuer Begriff von Beziehung: Aktion des ganzen Wesens, die alle Teilhandlungen soweit aufhebt, dass aus Aktion der Passion ähnlich wird. Wir kommen in den Bereich des Buddhismus, habe ich den Eindruck: die allumfassende Tätigkeit des ganz gewordenen Menschen (Beziehung) ist das Nichttun, nicht mehr eingreifen, sondern wirken und bewirkt werden – in der Beziehung eine wirkende Ganzheit werden. „In dieser Verfassung Stetigkeit gewonnen haben heißt zur höchsten Begegnung ausgehen können.“
Es geht nicht aus der Welt zu treten, auch nicht aus der Scheinwelt – denn es gibt nur eine Welt. Es geht aber darum das Abgetrenntsein abzutun – nicht es zu überwinden, sondern es „einfach“ abzulegen. Dieses Ausgehen ist nicht lehrbar - Buber lehrt nicht – es ist nur aufzeigbar – das ist es, was Buber mit diesem Buchg bezweckt: aufzeigen, hinweisen…
Im Gegensatz zur Mystik, so Buber, käme es auch nicht darauf an, das „Ich“ aufzugeben (ohne Ich keine Beziehung, keine Begegnung), sondern nur einen Drang, sich vor der Beziehung in das „Haben“ der Dinge zu flüchten. Diesen Drang nennt Buber Selbstbehauptungstrieb. In diesem Ausdruck ist sicher die „Behauptung“ zu betonen und im übrigen gehört er wahrscheinlich zur Definition der „Eigenwesen“ des II. Teils. Die Welt der Beziehung kennt keinen Halt, sie hat keinen Grund, da sie keine Grenzen hat. Das bedeutet Unsicherheit – kein Wunder, dass wir Angst davor haben !
Horch - 30. Jul, 13:39

Stetigkeit?

„In dieser Verfassung Stetigkeit gewonnen haben heißt zur höchsten Begegnung ausgehen können.“ Ich glaube, dieser Verfassung kann ich mich nur annähern, zu verschiedenen Zeiten in verschiedenem Maß. „Stetig“ in der Ganzheit ruhen, ist uns wohl in diesem Leben nicht zugemessen.

(Die Worte Mystik und Buddhismus fallen im Abschnitt bzw. im Kommentar. Das erinnert mich an den von SEHEN angezeigten Vortrag „Meister Eckehart aus buddhistischer Sicht“, der vorgestern stattfand. Leider bediente der Abend mehr die Erwartungen einer flachen Wellness-Spiritualität ...)

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