Buber und Freunde


Buber , Martin
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Teil I Abschnitt 29 - Von der Ankunft und dem Abschied der Gegenwart

Buber beschreibt wieder das Unbeschreibbare. Es ist nicht eine Zusammenfassung, sondern wir begegnen wieder neuen Aspekten der Wahrnehmung, der Gegenwart, des Du. Oder Bildern. Mit ihren inhärenten Widersprüchen. Ich will hier jetzt gar nicht näher darauf eingehen, obgleich oder gerade weil es mir relativ einfach zu sein scheint, über diesen Abschnitt zu reden - unter der Voraussetzung der vorangegangenen wohl - und eigenem Erleben.

Bei aller Kritik und Interpretation müssen wir natürlich immer sehen, dass es hier definitionsgemäß um das Unbeschreibbare geht. Gleichzeitig soll es nicht „Esoterisch“ sein – wobei die Behauptung allein, dass es sich um die Welt handele, wie sie jedem Menschen in seinem einmal und immer wieder begegne, also um „die Wahrheit“ natürlich nicht das Verbot von Hinterfragen – sowohl der Wahrnehmung als auch der Worte enthält. Spannender als dies ist aber die Frage an uns: was kannst Du sagen – oder: wie würdest Du das ausdrücken. Die Sprachdichte von Buber ist sicher nur eine Möglichkeit unter vielen und es gibt viele andere, die sich mit gleichen Wahrnehmungen befaßt haben. Offenbarung scheint mir übrigens ein wichtiges Stichwort in dem Zusammenhang.

Und ich glaube nicht, dass die Welt des DU wichtiger ist, ich verstehe es nicht so, dass sie für Buber „wichtiger“ sei. Sie ist aber. Und sie ist nach Buber zwingende Voraussetzung der Begegnung mit Er/Sie/Es und vorher noch für die Herausbildung des Ich. Und wir können viel Kraft aus der Ich-Du-Situation schöpfen.
bahnfahrerin - 28. Feb, 17:07

Leben zwischen "Du-Pol" - "Ich-Es-Pol"

"Über sie (Du-Welt) kannst du dich mit anderen nicht verständigen, du bist einsam mit ihr; aber sie lehrt dich andern begegnen und ihrer Begegnung standhalten; und sie führt dich (...)zu dem Du hin, in dem die Linien der Beziehungen, die parallelen, sich schneiden."

einsam - begegnen
parallelen - sich schneiden

Wir leben zwischen den Polen Ich-Du und Ich-Es
Meistens näher dem Ich-Es, manchmal nahe beim Ich-Du, aber immer in dem Spannungsfeld - und das ist wichtig.

sehen - 1. Mär, 08:51

Wo empfinden wir genau die Spannung ?

Wir leben zwischen den Polen Ich-Du und Ich-Es

- Ich sehe das nicht als Pole, sondern eher als sowas wie Parallelwelten, oder wie ich es an anderer Stelle sagte, als Fakultäten.


Meistens näher dem Ich-Es, manchmal nahe beim Ich-Du, aber immer in dem Spannungsfeld - und das ist wichtig.
- Ich weiss auch nicht, ob zwischen diesen Fakultäten wirklich ein Spannungsfeld existiert. Ich höre Buber nicht davon sprechen und empfinde das auch selbst nicht so. Das hieße doch, dass es ein „Zwischen“ zwischen „Ich-Du“ und „Ich-Es“ gäbe. Davon habe ich noch nichts gehört. Und das es wichtig sein könnte – was bedeutet das ?
- Ich glaube, wir alle kennen das Ich-Du „wirklich“ und „intim“ – nicht nur nahe dran. Die Schwierigkeit (wohl eher Unmöglichkeit) besteht im darüber Sprechen, darüber auch nur Nachdenken, denn mit beidem sind wir sofort ausschließlich im Ich-Es. Es kann also nur eine dialogische Haltung zurück bleiben – im übrigen sind wir dabei im Ich-Es.
- Aha, damit kommen wir der Sache vielleicht näher. Buber selbst behauptet ja, das „Ich und Du“ in der Haltung des Grundworts Ich-Du geschrieben zu haben. Dabei handelt es sich natürlich um ein Produkt des Nachdenkens und Sprechens, also des Ich-Es. Und damit sind wir vielleicht bei dem, was Du meinst: dem Spannungsfeld. Unbeschreiblich ?! Vielleicht wirklich sowas wie ein Spannungsfeld, ein Magnetfeld mit Polen, wo in jedem Partikel etwas von beiden Polen vorhanden ist. Aber was ist dabei das Buber so wichtige „Zwischen“ in diesem Spannungsfeld ? Ich bleibe dabei, dass es kein „Zwischen“ zwischen „Ich-Du“ und „Ich-Es“ gibt. Aber es gibt Augenblicke, Atome von Begegnung in der Welt des Ich-Es. Es gibt das volle Ich-Du in der Welt, die ansonsten mit Erfahrung und Gebrauchen ausgefüllt ist.

Übrigens meint Buber, dass die (Entwicklung der) Sprache (die uns ja das Gebrauchen und die Weitergabe von Erfahrung weitgehend ermöglicht), ein Ergebnis der Hinwendung des Menschen zum Menschen (also des Ich-Du) sei. Spannend ?!
Horch - 7. Mär, 16:06

Teil I Abschnitt 28 bestärkt das ...

"Buber selbst behauptet ja, das „Ich und Du“ in der Haltung des Grundworts Ich-Du geschrieben zu haben. Dabei handelt es sich natürlich um ein Produkt des Nachdenkens und Sprechens, also des Ich-Es."

Ja, ich denke das auch. Buber hält diesen Spagat aus und formuliert just im Abschnitt zuvor: "Dies gehört zur Grundwahrheit der menschlichen Welt: Nur Es kann geordnet werden. Erst indem die Dinge aus unserem Du zu unserem Es werden, werden sie koordinierbar. Das Du kennt kein Koordinatensystem."

Und unkoordiniert kann man wohl kein Buch schreiben ...

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