Buber und Freunde


Buber , Martin
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Teil I Abschnitt 28 – Der Weg zum Ich

Das Ich wird entdeckt – oder eher: es entsteht – wo das Du schwindet. Das Du der Beziehung verblaßt immer wieder und es entsteht dann ein Gespür für das, was dann immer noch da ist und „nach dem Du langt und es nicht ist.“ Das Ich ist also zunächst das aus der Beziehung, was da ist, wenn das Du nicht mehr da ist. Das Gespür für das Ich wird immer stärker, bis es einmal sich selbst einen Augenblick wie einem Du gegenübersteht. Damit ist es sozusagen aus der Schale geschlüpft. Es gewinnt durch den Vorgang oder die (unbewußte ?) Beobachtung Leben und Form, dass das Du verblassen kann, ohne zum Es zu werden. Es kann einfach im Nichts versinken oder unbeachtet sein, bis zu einem neuen Beziehungsereignis.
Das entdeckte oder (selbständig) gewordene, vom Du abgelöste Ich ist nun selbst nicht mehr unbegrenzt, kommt dabei aber in die Lage, ein „erfahrendes und gebrauchendes Subjekt“ werden zu können. Damit wird die Ich-Es-Beziehung möglich: ein sich mit Forscherblick vor den Dingen aufstellen (nicht ihnen gegenüber). Die Dinge fangen an, sich aus der Summe ihrer Eigenschaften aufzubauen. Zu diesen Eigenschaften gehört auch ihr räumlich-zeitlich-ursächlicher Zusammenhang.
Zum Du gehört die Zeitwahrnehmung als „Weile.“ Zum Du gehört, dass alles (Ich und Du sind bereits „alles“) wirkt und Wirkung empfängt. Zum Es gehört der Zeitabschnitt und die lineare Folge Ursache-Wirkung. Das Du kennt kein Koordinatensystem. Erst das Es wird koordinierbar.

Aber, so Buber: „Die geordnete Welt ist nicht die Weltordnung.“ Letztere kann in Augenblicken geschaut werden (Du) und in die Erkenntnis (Es) des Menschen eingehen. Strahlen der Kraft der Weltordnung dringen in die geordnete Welt (des Es) ein und schmelzen sie immer wieder auf (zum Du). Das bezieht Buber wiederum ausdrücklich auf die Individualgeschichte und auf die Menschheitsgeschichte.
bahnfahrerin - 25. Feb, 10:00

Weltordnung als Gegenwart: "Diese Augenblicke sind unsterblich, diese sind die vergänglichsten" Dieses Paradox gefällt mir gut. Einfach unbeschreiblich ... Könnte man göttlich nennen.

sehen - 25. Feb, 11:46

unbeschreiblich und doch ein Versuch der Beschreibung

Buber hat ein sehr ehrgeiziges Vorhaben: die Beschreibung des Unbeschreiblichen.

Was also bedeutet das für uns, wenn wir es gut finden ?
Heißt das, dass es "richtig" ist ?
Oder, dass wir das auch so empfinden ?
Jetzt, oder wann ?
Und was eigentlich genau ?
Ich würde das wirklich gern genauer wissen und mich auch noch darüber verständigen. Etwas komplexeres gibt es vielleicht nicht.
bahnfahrerin - 27. Feb, 21:40

gut - richtig - Empfindung - Wissen - Zeit

"gut finden" bedeutet hier für mich: hier beschreibt jemand Zustände, die ich auch schon empfunden habe, die sich "richtig" anfühlten in diesen kurzen Momenten - unter Abschaltung von Zeit und Raum. Die "Augenblicke" sind zeitlich gesehen sehr kurz - aber begleiten das ganze Leben lang.

Ich versuche hier auch etwas unbeschreibliches zu beschreiben - und bin weit weniger geübt als Buber! Also lesen wir besser bei ihm weiter ...

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