Teil III, Abschnitt 4 – Gott und die Welt
Die Ich-Du-Situation, die Beziehung, ist ausschließlich. Sie füllt den Himmelskreis. Was aber schließt sie damit aus ? Nichts, erstmal. Aber auch alles: nämlich alles Es. Es gibt kein Es mehr in der Ich-Du-Situation. Alles tritt in den Licht-Schein der Beziehung und „erscheint“ in ihrem Licht. Damit besteht aber noch nicht zu allem was sonst ist in der Welt eine Ich-Du-Beziehung. Eher zu nichts, was sonst noch in der Welt ist. Sie füllt also den Himmelskreis (Sphärenbild), aber nicht im Sinne eines Einschließens, sondern im Sinne eines Ausschließens. So verstehe ich das jetzt jedenfalls.
Dann behauptet Buber, diese „Weltweite“ der Beziehung erscheine als Unrecht an der Welt, sobald das Du wieder zum Es geworden ist. Ist das so ? Wem erscheint sie so ? Weltweit heißt dann wohl nicht, dass die Ich-Du-Beziehung in der Welt „global“ sei, sondern dass sie dick und fett sei und sich über die ganze Welt lege. Eigentlich gibt es die ganzen anderen Es noch, aber sie sind aus dieser Ich-Du Beziehung ausgeschlossen und erscheinen nur noch in ihrem Licht -–bis zum unwiederruflich nahenden Ende dieser Ich-Du-Beziehung.
Nun meint Buber, anders als bei der Beziehung zu einem „weltlichen Du“ seien in der Beziehung zu Gott „unbedingte Ausschließlichkeit und unbedingte Einschließlichkeit eins.“ Die Beziehung zu Gott (zum ewigen Du ?) entsteht also mit der Ich-Du-Beziehung zu Allem, oder aus der Ich-Du-Beziehung zu Allem wird die Beziehung zu Gott. Soweit erscheint mir das nicht neu und überraschend. Ein spannender Punkt ist aber wieder die Aussage: „Gott in der Welt“ – das ist Es-Rede. Umgekehrt wird wohl ein Schuh draus – aber etwas schwer in Begrifflichkeit zu fassen. Wir sind sicher am Ende der Begrifflichkeit.
„Wer alles Weltwesen ihm zuträgt, findet ihn, den man nicht suchen kann.“ Dazu soll man mit dem ganzen Wesen zu seinem Du ausgehen. Auf jeden Fall steckt da drin, dass man bloß das Wesen ganz lassen soll. Man findet Gott auch nicht, wenn man aus der Welt ausgeht. Das ewige Du ist immerhin schon zu sehen, zu finden, wenn man durch das Du und alle Du‘s hindurchschaut – hinter ihnen, im Schnittpunkt der Linien. Damit bekommt das Bild von den Schnittpunkten für mich ein neues Verständnis: Erst aus den mehreren, eher vielen, am besten unendlich vielen gleichzeitigen Beziehungen zu DU’s dieser Welt kann ich den Schnittpunkt hinter ihnen ausmachen, kann ich Gott finden. Erst wenn bzw. sobald oder solange ich mit allem Einzelnen in der Ich-Du-Situation stehe, bin ich in der Beziehung zu Gott.
Und noch ein paar weitere wunderbare Buber’sche „Hinweise“ auf Gott.
Dann behauptet Buber, diese „Weltweite“ der Beziehung erscheine als Unrecht an der Welt, sobald das Du wieder zum Es geworden ist. Ist das so ? Wem erscheint sie so ? Weltweit heißt dann wohl nicht, dass die Ich-Du-Beziehung in der Welt „global“ sei, sondern dass sie dick und fett sei und sich über die ganze Welt lege. Eigentlich gibt es die ganzen anderen Es noch, aber sie sind aus dieser Ich-Du Beziehung ausgeschlossen und erscheinen nur noch in ihrem Licht -–bis zum unwiederruflich nahenden Ende dieser Ich-Du-Beziehung.
Nun meint Buber, anders als bei der Beziehung zu einem „weltlichen Du“ seien in der Beziehung zu Gott „unbedingte Ausschließlichkeit und unbedingte Einschließlichkeit eins.“ Die Beziehung zu Gott (zum ewigen Du ?) entsteht also mit der Ich-Du-Beziehung zu Allem, oder aus der Ich-Du-Beziehung zu Allem wird die Beziehung zu Gott. Soweit erscheint mir das nicht neu und überraschend. Ein spannender Punkt ist aber wieder die Aussage: „Gott in der Welt“ – das ist Es-Rede. Umgekehrt wird wohl ein Schuh draus – aber etwas schwer in Begrifflichkeit zu fassen. Wir sind sicher am Ende der Begrifflichkeit.
„Wer alles Weltwesen ihm zuträgt, findet ihn, den man nicht suchen kann.“ Dazu soll man mit dem ganzen Wesen zu seinem Du ausgehen. Auf jeden Fall steckt da drin, dass man bloß das Wesen ganz lassen soll. Man findet Gott auch nicht, wenn man aus der Welt ausgeht. Das ewige Du ist immerhin schon zu sehen, zu finden, wenn man durch das Du und alle Du‘s hindurchschaut – hinter ihnen, im Schnittpunkt der Linien. Damit bekommt das Bild von den Schnittpunkten für mich ein neues Verständnis: Erst aus den mehreren, eher vielen, am besten unendlich vielen gleichzeitigen Beziehungen zu DU’s dieser Welt kann ich den Schnittpunkt hinter ihnen ausmachen, kann ich Gott finden. Erst wenn bzw. sobald oder solange ich mit allem Einzelnen in der Ich-Du-Situation stehe, bin ich in der Beziehung zu Gott.
Und noch ein paar weitere wunderbare Buber’sche „Hinweise“ auf Gott.
sehen - 19. Jul, 09:04