Buber und Freunde


Buber , Martin
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Muth, Cornelia
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Samstag, 16. Juli 2005

Teil III, Abschnitt 2 – geheiligt sei der Name

Hier kommt eine Erläuterung zu dem Du, das seinem Wesen nach nicht Es werden kann (vgl. Abschnitt 1): Buber meint, wie schon ausführlicher in seinen Evolutionsmutmaßungen in Teil 1 gezeigt – dass früher die Ich-Du Situation vorherrschte. Diese bezog sich (auch) auf das ewige Du: in der direkten Ansprache und dem Lobgesang. Ein Name, die Beschreibung (auch wenn es 1000 sind), führt eigentlich zum Es. In diesem Abschnitt reisst Buber aber an, wie sich das beim ewigen Du anders verhält. Die Menschen sind zwar getrieben, ihr ewiges Du als Es zu bedenken (bedenken steht in der Ich-Es Situation), oder zu bereden (ebenso das „bereden“ – das darüber reden – auch eine der Paradoxien, mit der wir es hier zu tun haben). Sie mögen aber noch soviel bedenken und bereden, nicht nur bleibt das ewige Du unser ewiges Du, die Ich-Du Situation bleibt damit erhalten und sogar die Namen sind und bleiben heilig, da sie in der Beziehung waren, sind und dort wirken.

Das kann auch uns allerhand sagen: es ist überheblicher Unfug (sich) verbieten (verweisen) zu wollen, das Wort Gott zu gebrauchen. Es kann nicht mißbraucht werden, vor allem wird es durch seinen Gebrauch nicht schlechter, sondern allenfalls wichtiger. Irr-Rede über Gottes Wesen und Werke wiegt nichts, da sie zum Bereden gehört. Jede Rede über Gott steht in er Es-Situation zu einem, das nicht Es sein kann, sie ist für uns nötig, aber auch unmöglich, ändert aber an dem ewigen Du nichts. Es kommt nach Buber auch nicht darauf an, welche Vorstellungen jemand, der wirklich Gott anredet, von ihm hat. Wenn er ihn wirklich anredet, hat er du im Sinn. Es entsteht sofort Beziehung, denn das Du in seiner Allumfassendheit ist schon da.

Und dann die spannende logische Schlussfolgerung aus dem Vorgesagten: auch wenn jemand nicht Gott ansprechen will, nicht an ihn glaubt oder ihn haßt, tritt in die Beziehung zu genau diesem einen, allumfassenden, ewigen Du ein, wenn er „sein“ allumfassendes Du, das Du seines Lebens anspricht. Das ist der Monotheismus schlechthin – und entspricht dem, was ich mir schon lange vorstelle. Das kann es übrigens auch sehr erleichtern „Gott“ zu sagen, oder auch „Herr“ oder „Herrgott“ – wenn das hilft. Das Wort wird von uns meist ohnehin im Bereden verwendet und muss dann dazu dienen, Kommunikation unter uns zu ermöglichen – sehr schwer aber nicht unmöglich. Jeder Name, der sinnvolle Kommunikation unterstützt, ist dann recht. Und wenn wir das Du anreden, kommt es auch nicht auf den Namen an – solang nur Du gemeint ist !

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