Teil I Abschnitt 24 - Am Anfang war das Du, daraus entsteht das Ich und das Er/Sie/Es
Buber bezieht sich auf wiederum auf entwicklungsgeschichtliche Erkenntnisse, wonach sowohl bei „primitiven „Völkern,“ als auch eben in der Individualentwicklung zunächst nur das „Grundwort“ Ich-Du, als die Ich-Du-Beziehung oder –Situation existiert. Bemerkenswert ist, dass aus Bubers Sicht die ganz klar ohne eine Trennung zwischen Ich und Du auskommt – es gibt nämlich gar kein wahrgenommenes Ich. Es gäbe ich dieser Situation („Beziehungsereignis“) „nur die zwei Partner, den Menschen und sein Gegenüber, in ihrer vollen Aktualität...“ Ein bißchen schwierig zu erklären ist dabei, dass es in dieser Situation (es handelt sich nicht so sehr um einen Zeitpunkt ...) kein wahrgenommenes, separates oder separierbares Ich gibt – denn das ist erstmals noch gar nicht „hervorgetreten.“ Andererseits, das sagt Buber an dieser Stelle nicht ausdrücklich, scheint mir aber für das Verständnis sehr wichtig: in der Ich-Du-Situation gibt es eben generell kein separates Du: die Ich-Du-Situation ist alles, füllt alles aus ...
Dann erst (entwicklungs- bzw. individualgeschichtlich) lernt der Leib sich selber kennen und unterscheiden – daraus wird Ich und das erste Es. „...das hervorgetretene Ich erklärt sich als den Träger von Empfindungen, die Umwelt als deren Gegenstand.“ Damit entsteht das Ich und das Er/Sie/Es etwa gleichzeitig – allerdings ist das erste Er/Sie/Es ein Teil des Körpers oder der Körper selbst ...
Dann kommt Buber zu dem Satz: „Ich sehe den Baum.“ Er weist daraufhin, dass dieser Satz eine Bezeichnung der Ich-Du Situation zum Baum erzählen kann, ebenso aber auch eine Bezeichnung der Ich-Er/Sie/Es-Situation zum Baum. Das würde ich dahingehend ergänzen, dass von der Ich-Du-Sutuation zum Baum wohl kaum berichtet werden kann, ohne sie verlassen zu haben und daher letztlich gar nicht oder allenfalls mehr oder weniger unvollständig und unverständlich – vielleicht ist aber ein Erzählen von der Ich-Du-Situation zum Baum „Ich sehe den Baum“ doch möglich, nämlich innerhalb einer weiteren Ich-Du-Situation zu einem anderen Menschen. Es ist mir also vorstellbar, eine Ich-Du-Situation zu einem Menschen aufrechtzuerhalten und erzählend einen Baum vorsichtig miteinzubeziehen, ohne die Ich-Du-Situation zum einen wie dem anderen zu verlassen. Geht das ?
Dann erst (entwicklungs- bzw. individualgeschichtlich) lernt der Leib sich selber kennen und unterscheiden – daraus wird Ich und das erste Es. „...das hervorgetretene Ich erklärt sich als den Träger von Empfindungen, die Umwelt als deren Gegenstand.“ Damit entsteht das Ich und das Er/Sie/Es etwa gleichzeitig – allerdings ist das erste Er/Sie/Es ein Teil des Körpers oder der Körper selbst ...
Dann kommt Buber zu dem Satz: „Ich sehe den Baum.“ Er weist daraufhin, dass dieser Satz eine Bezeichnung der Ich-Du Situation zum Baum erzählen kann, ebenso aber auch eine Bezeichnung der Ich-Er/Sie/Es-Situation zum Baum. Das würde ich dahingehend ergänzen, dass von der Ich-Du-Sutuation zum Baum wohl kaum berichtet werden kann, ohne sie verlassen zu haben und daher letztlich gar nicht oder allenfalls mehr oder weniger unvollständig und unverständlich – vielleicht ist aber ein Erzählen von der Ich-Du-Situation zum Baum „Ich sehe den Baum“ doch möglich, nämlich innerhalb einer weiteren Ich-Du-Situation zu einem anderen Menschen. Es ist mir also vorstellbar, eine Ich-Du-Situation zu einem Menschen aufrechtzuerhalten und erzählend einen Baum vorsichtig miteinzubeziehen, ohne die Ich-Du-Situation zum einen wie dem anderen zu verlassen. Geht das ?
sehen - 16. Feb, 09:22